Entrümpeln
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8 Gründe, warum Entrümpeln glücklich macht

Gastbeitrag von Pia (Malmini.de)

In Horrorfilmen passieren die schlimmen Dinge immer im Keller oder auf dem Dachboden. Warum so selten im Gästeklo? Ich glaube, dass die meisten Menschen Angst vor diesen beiden Räumen haben. Weil dort Unbekanntes lauert. Unbekannte Gegenstände, die irgendwann mal dort abgelegt und danach vergessen wurden. Und weil die Vorstellung, sich mit diesem Kram zu beschäftigen, so gruselig ist, lassen sie die Tür lieber zu. Dabei macht Entrümpeln glücklich. Warum? Darum:

  • Du übst das Loslassen

Schon Buddha wusste: Wer leichter loslässt, lebt glücklicher. Nichts ist für immer, alles ist in ständigem Wandel. Je eher du dich damit anfreundest, desto unbeschwerter kannst du durchs Leben gehen. Entrümpeln ist dafür ein tolles Trainingslager: Deine Lieblingsjeans hat ein Loch. Statt dich zu ärgern und die Jeans noch jahrelang im Schrank aufzubewahren, danke ihr für ihre Dienste und wirf sie weg. Loslassen bedeutet selten, dass etwas verschwendet ist. Vielleicht besitzt du eine tolle Kamera, die du aber nie benutzt. Jemand anderem würde sie bestimmt mehr Freude bereiten als dir.

  • Du verlierst die Angst vor der Zukunft

Die größte Hürde beim Entrümpeln ist folgender Satz: „Das könnte ich irgendwann noch mal gebrauchen.“ Lange Zeit habe ich genauso gedacht und alles gehortet, was noch zu irgend etwas nütze sein konnte. Ich war total fasziniert von Upcycling: Aus alten, ungebrauchten Gegenständen etwas Neues machen, das fand ich toll. Dummerweise bedeutet das, dass jedes  noch so kaputte und abgewetzte Teil in  meinen Augen zu potenziellem Upcycling-Material wurde. Du kannst dir sicher denken, dass ich das meiste davon nie verarbeitet habe. Wir bewahren gerne Dinge auf, in denen wir einen Nutzen sehen, auch wenn dieser nie eintritt. Vorräte, Ersatzteile, doppelte Ausführungen – all das zeigt unsere Angst vor der Zukunft. Ich wage mal zu behaupten, dass du keine 500 Heftklammern brauchst, weil es auch in fünf Jahren noch Schreibwarenläden geben wird. Sieh dir die Dinge, die du „nur für den Fall“ behältst, mal genauer an: Was sagen sie über dich aus? Wovor fürchtest du dich?

  • Du hörst auf, in der Vergangenheit zu leben

Erinnerungsstücke wegwerfen? Niemals! Warum eigentlich nicht? Was sind für dich Erinnerungsstücke? Die Perlenkette deiner Oma oder auch schon Kinokarten und Sand vom letzten Strandurlaub? Als Kind habe ich Weihnachten so sehr geliebt, dass ich immer einen kleinen Zweig des Weihnachtsbaumes abgerissen und in eine Schatulle gelegt habe. Als ich diese ein paar Jahre später wieder öffnete, musste ich feststellen, dass nicht mehr wusste, welcher Ast von welchem Baum stammte. So ging es mir noch mit vielen Sachen. Souvenirs aus dem Urlaub zum Beispiel oder Geschenken. Die Erinnerung war irgendwann verflogen, wie ein seltener Duft. Andere Gegenstände hingegen verbinde ich sofort mit einem bestimmten Menschen oder Ereignis. Also: Prüfe genau, ob ein Erinnerungsstück noch seine Wirkung hat. Wenn du mehrere Stücke zum selben Thema hast, reicht es, wenn du das Schönste behältst. Keine Angst, deine Erinnerungen sind nicht weg, wenn du ein Souvenir weggibst. Sie sind in deinem Kopf. Und dort kannst du sie immer wieder hervorholen, ohne dass sie dir beim Putzen im Weg rumstehen.

  • Dein Heim wird dein Schloss

Du schließt abends deine Wohnungstür auf, trittst ein und fühlst dich sofort ein wenig entspannter. Zuhause! Der schönste Ort der Welt! Oder doch nicht? Wie wohl fühlst du dich in deinen eigenen vier Wänden? Lässt du Besuch gerne in die Wohnung oder triffst du dich lieber woanders? Gibt es Räume, die du meidest? In deinem Zuhause tankst du Energie, es ist dein Rückzugsort, und deshalb sollte dieser Ort dir Freude bereiten. Wenn er das nicht tut, dann vielleicht deshalb, weil du zu viel Gerümpel dort lagerst, was dich ständig mental in Beschlag nimmt. Volle Räume sind laut und fordern ständig deine Aufmerksamkeit. Aufgeräumte, leere Zimmer hingegen beruhigen.

  • Du findest alles wieder

Ich finde es gibt nichts Ärgerlicheres, als einen Gegenstand in der eigenen Wohnung zu verlieren. Klassisches Beispiel ist der Schlüsselbund. Manchmal passiert es, dass wir Dinge neu kaufen, obwohl wir etwas Ähnliches schon besitzen. Beim Entrümpeln wirst du früher oder später deinen gesamten Besitz sichten. Bestimmt findest du etwas wieder, was du lange vermisst hast. Je weniger Gegenstände du besitzt, desto besser hast du alles im Blick bzw. im Kopf.

  • Du übst, Entscheidungen zu treffen

„Soll ich das behalten? Ja. Oder doch nicht? Oder… ach nee, weg damit!“ Beim Entrümpeln triffst du am laufenden Band Entscheidungen: Was darf bleiben und was nicht? Anfangs wird dir das noch schwer fallen, aber bald schon bekommst du Übung. Du beginnst, auf dein Bauchgefühl zu vertrauen. Du lernst, dass du deine Entscheidungen nicht bereuen musst. Diese Fähigkeit ist auch für andere Bereiche im Leben unglaublich wichtig. Nichts hindert dich mehr daran, glücklich zu werden, als aufgeschobene Entscheidungen und die Angst, etwas zu bereuen. Sieh das Entrümpeln also als Trainingslager fürs Entscheidungen-Treffen.

  • Du siehst klarer

Das Außen spiegelt das Innen wieder. Wer im Chaos lebt, kann nicht klar denken. Ok, du lebst nicht im Chaos, aber du besitzt viel mehr Dinge, als du brauchst. Jedes einzelne Teil beansprucht einen Teil deiner Aufmerksamkeit und Energie. Es ist schließlich deine Aufgabe, deinen Besitz zu pflegen, zu schützen, zu ordnen, zu bewahren und zu erweitern. Klingt nach einem Fulltime-Job, ist es bei einigen Menschen auch. Über seinen Job macht man sich schließlich auch ständig Gedanken. Wenn du nur besitzt, was du brauchst und was dir Freude bereitet, hast du den Kopf frei für andere, wichtigere Dinge.

  • Du findest heraus, was dir wirklich wichtig ist

Entrümpeln und minimalisieren bedeutet, dass du alles, was dir nicht wichtig ist, entfernst. Übrig bleibt das, worauf es dir im Leben wirklich ankommt. Du bist wie ein Archäologe, der Erdschicht um Erdschicht wegkratzt, um darunter ein Dino-Skelett zu entdecken. Oder wie einer dieser Kunst-Restauratoren, die 300 Jahre alte Ölfarbe von einer Leinwand wischen und so ein Gemälde von Leonardo da Vinci freilegen. Du beginnst damit, die Gegenstände um dich herum zu hinterfragen: Brauche ich das? Macht es mich glücklich? So findest du Stück für Stück heraus, was du brauchst und was dir Freude bereitet. Vielleicht hättest du nicht gedacht, dass dir die Kristallvase keine Regung entlockt, die Holzfigur vom Flohmarkt aber schon. Kommt es dir also möglicherweise gar nicht darauf an, dass deine Wohnung teuer aussieht, sondern eher darauf, dass man deine Individualität sieht? Zu hinterfragen und nötigenfalls auszusortieren hört nicht bei dem Kram auf deinem Dachboden auf. Ist dir dieses Hobby wirklich noch wichtig oder hast du längst den Spaß daran verloren? Wie sieht es mit deinem Job aus? Deinen Gewohnheiten? Sogar den Menschen in deinem Leben? Was willst du? Was sind deine Träume? Finde es heraus, indem du alles entfernst, was du nicht willst. Ausschlussverfahren sozusagen. Bei „Wer wird Millionär?“ klappt das doch auch immer wieder.


Über die Autorin

Entrümpeln

 

 

 

 

 

 

Pia Mester entrümpelt seit zwei Jahren ihr Leben – mal mehr, mal weniger enthusiastisch. Ihre Gedanken und Erfahrungen dazu findest du auf ihrem Blog www.MalMini.de.

Pia hat ebenfalls tolle Bücher zum Thema Minimalismus geschrieben. (Klicke auf die Bilder um mehr darüber zu erfahren)

 

 

photo Titelbild: unsplash.com
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6 Kommentare

  • Antworten Anja 16/06/2015 at 13:06

    Ich mag Pias Blog sehr gerne und finde ihre Tipps super hilfreich. Ich lebe auch relativ minimalistisch und wurde nicht zuletzt durch Blogs dazu angeregt. 🙂
    LG!

    • Antworten Nicole 18/06/2015 at 10:47

      Hallo Anja 🙂
      Ja, auch ich wurde durch Blogs auf das Thema Minimalismus aufmerksam und bin seither munter am Entrümpeln! Ich freue mich immer, wenn wieder etwas weg ist 🙂
      Liebe Grüsse,
      Nicole

  • Antworten Steph 14/07/2015 at 15:23

    Das ist ja super geschrieben 🙂 Ich werde auch bald mit der Entrümpelung anfangen! Ich habe nämlich viel zu viel Kram, den ich sowieso nicht nutze! Danke für die Inspiration und das Mutmachen 🙂
    LG
    Steph

  • Antworten Schwalenberg 07/11/2016 at 13:46

    Hi!

    Ich bin selbstständig mit einem Entrümpelungsservice. Daher weiß ich was es bedeutet alleine zu entrümpeln.
    Respekt dafür!!! Denn aller Anfang ist schwer.

    Wenn mann einen Container bestellt, wird es meißt teuer da man alles hinein wirft und es dann als Restmüll deklariert wird.
    Schränke, Laminat und alles was sonst noch aus Holz besteht sollte getrennt entsorgt werden.
    Im Notfall in einen 2. Container.
    Die Entsorgung von Müll bei Containern wird immer nach dem Gewicht berechnet und eine Tonne Holz ist um zwei drittel günstiger als Restmüll.
    Anziehsachen können in einen Wertstoffcontainer genau wie Papier und Glas.
    Hausflohmarkt, Ebay, momox geht auch, aber brauch leider meist sehr viel Zeit und Nerven.

    Wenn man ein Haus oder eine Wohnung leer machen muß, weil ein Angehöriger verstorben ist, so ist es meißt auch besser eine Entrümpelungfirma zu beauftragen. Da diese nicht emotional mit dem Objekt verbunden sind.

    Liebe Grüße
    Schwalenberg
    http://hannover-entruempelung.de/

    • Antworten Nicole 16/11/2016 at 19:44

      Hallo Schwalenberg 🙂
      Dann wünsche ich dir mal viele Entrümpelungsfreudige Neukunden 🙂
      Ich jedenfalls vermisse rein gar nichts, was ich bisher entrümpelt habe.
      Alles Gute und liebe Grüsse
      Nicole

  • Antworten Uwe von Entrümpelung München 11/04/2017 at 14:01

    Hey Pia,

    du hast Recht, es macht wirklich glücklich. Darum freue ich mich auch immer schon im Vorfeld auf die glücklichen Gesichter unserer Kunden, wenn eine Wohnungsentrümpelung erfolgreich war. PS: echt toller Blog!

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